Loslassen

Irgendwann bist du an einem Punkt,
an dem du begreifst,
dass du nicht mehr zu kämpfen brauchst,
weil es dich nicht weiter bringt.
.
Du begreifst, dass du nichts mehr tun kannst
oder musst. Du kannst nichts erzwingen,
wenn du das begreifst, fällt erst alles
in sich zusammen und dann ist Stille.
.
Und dann wird plötzlich alles leicht
und leer in dir.
Du fängst an los zulassen,
woran du dich geklammert hast,
an Hoffnungen, Menschen oder Dinge
aus deiner Vergangenheit, die du so
nicht akzeptieren wolltest oder konntest.
.
Du begreifst, dass du all das
nicht mehr ändern kannst,
egal, wie sehr du daran glaubst,
egal, wie sehr du es dir wünscht.
Egal, wie sehr du dagegen kämpfst.
Egal, wie weh es tut.
.
Was geschehen soll, das geschieht.
Was gehen will, das geht.
Was bei dir sein will, das bleibt
oder kommt aus freiem Willen zu dir zurück.
.
Irgendwann sind die Schmerzen
und die Angst los zulassen vorbei.
Dann befreist du dich allmählich
auch von Ängsten, Schuldgefühlen und Zwängen.
Von allem was DICH festhält.
.
Und du gehst deinen Weg,
packst deinen Koffer
mit dem, was übrig blieb:
Ein Koffer voller Erfahrungen,
Erkenntnisse und Erinnerungen.
.
Dein Weg liegt vor dir,
du siehst ihn noch nicht,
aber du fühlst, es ist soweit,
Du beginnst wieder –
mit dem ersten Schritt.
.
(Manuela Kuschel,
Foto: signiert)

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